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22.11.2011 / Inland / Seite 8

»Akzeptierende Jugendarbeit führte in diese Katastrophe«

Behörden und Politiker sind den Neonazis in Jena zu weit entgegengekommen. Ein Gespräch mit Lothar König

Sebastian Carlens
Lothar König ist Jugendpfarrer in der Jungen Gemeinde (JG) Jena-Stadtmitte und einer der besten Kenner der Entwicklung der rechten Szene in Jena und Thüringen

Wie sah in den 90er Jahren in Jena die Jugendszene aus, aus der später eine terroristische Zelle hervorgehen sollte?

In der Mitte der 90er Jahre war bereits eine Entwicklung abgeschlossen, die zehn Jahre vorher begonnen hatte. Schon in der ausgehenden DDR bildete sich eine neue rechte Szene, in kleinen Gruppen, versteckt – sie konnte ja noch nicht offen agieren. Der Neonaziüberfall auf die Ostberliner Zionskirche fand 1987 statt, sonst hat man von denen wenig mitbekommen – aber sie waren da.

1990 entstand dann nicht nur ein Macht-, sondern auch ein moralisches Vakuum. Das nutzten die Rechten, es gab wenig gesellschaftlichen Widerstand.

Also auch ein Versagen der politischen Institutionen?

Man kann fast von einem Rundumversagen sämtlicher politischer und gesellschaftlicher Organisationen...

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