21.11.2011 / Thema / Seite 10

Krieg und Gefühl

Literatur: Vor zweihundert Jahren brachte sich Heinrich von Kleist um

Kai Köhler
»Das Kriegsgesetz, das weiß ich wohl, soll herrschen, Jedoch die lieblichen Gefühle auch.«

In diesem Satz ist zusammengezwungen, was unvereinbar ist. Handelt es sich um einen Formelkompromiß zwischen Krieg und Liebe? Um die Utopie eines gefühlvollen Kämpfers? Um listige Rhetorik? Für alle drei Varianten lassen sich Argumente finden. Jedenfalls kennzeichnet, was Kleist hier einer Dramenfigur in den Mund legt, auf mehrfache Weise die Widersprüche, die ihn zu einem großen Dichter und politisch zum Wegbereiter des Nationalismus machten und schließlich zu einem Selbstmörder: Vor zweihundert Jahren, am 21. November 1811, tötete er am Wannsee erst seine Begleiterin Henriette Vogel und dann sich selbst.

Wer will da so dringlich Gesetz und Liebe vereinbaren? Es handelt sich um Prinzessin Natalie von Oranien in Kleists letztem Drama, »Prinz Friedrich von Homburg«. Sie spricht zu ihrem Onkel, dem Kurfürsten von Brandenburg, und ist, laut Personenverzeichnis »seine...



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