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07.11.2011 / Feuilleton / Seite 13

Nein, keine Panik

Lyrikschau: Norbert Hummelts neuer Gedichtband ­enttäuscht auf ganzer Linie

Kristoffer Cornils
Obwohl Pan nach manchen Versionen zum Anhängsel des Dionysos gehörte, trennt ihn doch einiges vom griechisch-mythologischen Botschafter für Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Halb Mensch, halb Tier, voll und ganz kleinkarierter Spießer, war der antike Hirtengott auf seine Mittagsruhe bedacht. Wehe dem, der die störte: Das Wort Panik leitet sich von dem kopflosen Zustand ab, in den er ungezogenes Bauernvolk versetzte, wenn sie ihm die Mittagszeit unterbrachen. Nicht unbedingt verwunderlich, daß aus dem rachsüchtigen Flötisten ein literarischer Topos wurde. Norbert Hummelts neuer Gedichtband »pans stunde« bezieht sich auf diesen etwas angestaubten Mythos und fügt ihm wenig Neues hinzu. Die in Gedichtform gegossenen Sedativa von befindlichkeitsfixierten Momentaufnahmen werden wohl niemanden aus der Siesta reißen.

Neben der antiken Figur bedient sich Hummelt aus der ganzen Trickkiste althergebrachter Topoi und Stilmittel. Die Gedichte leiern mit ­stocke...

Artikel-Länge: 3409 Zeichen

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