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06.10.2011 / Feuilleton / Seite 13

Der Planet und die Säfte

Das Härteste, was das gute alte Europa zu bieten hat: Lars von Triers Katastrophenfilm »Melancholia«

Peer Schmitt
Das Ende ist unausweichlich. In Lars von Triers Film »Melancholia« taucht plötzlich am Firmament ein Planet auf, der – natürlich – »Melancholia« getauft wird und in die Erde stürzt. Nichts wird übrigbleiben. Daß alles vergeblich ist, weil es grausam enden muß, bezeichnet die depressive Position schlechthin, den Ausgangspunkt kranken Humors.

Lars von Trier sagt und zeigt mit Vorliebe allerhand schlimme und sehr dumme Dinge, um hinterher zu behaupten, das sei alles nur eine Mischung aus Panik und Spaß gewesen. So war es bei seiner berüchtigten Auch-ich-bin-ein-Nazi-Pressekonferenz in Cannes, wo »Melancholia« als Meisterwerk, leider eines Spinners, gewürdigt wurde, während der anwesenden, später als beste Schauspielerin prämierten Kirsten Dunst erst mal vor Schreck der Unterkiefer herunterfiel.

Das sichere Ende von allem wird schon im Prolog von »Melancholia« zelebriert. Ein elegischer Planetencrash, eine Aneinanderreihung sinnfälliger Bilder &...



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