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10.09.2011 / Titel / Seite 1

NATO leugnet Kriegstote

Militärpakt lobt Libyen-Einsatz als fehlerlos: »Keine bestätigten Informationen über zivile Opfer«. Übergangsrat spricht von bisher 30000 Toten und 50000 Verletzten.

Rüdiger Göbel
Die NATO hat eine neue Sprachregelung gefunden zur Negierung von Kriegstoten. Waren zivile Opfer im völkerrechtswidrigen Krieg gegen Jugoslawien 1999 vom damaligen Sprecher des westlichen Militärpakts, Jamie Shea, noch als »Kollateralschaden« bezeichnet worden, werden sie im Fall Libyens einfach komplett geleugnet. Wer stirbt, ist automatisch Kombattant. Mehr als 22000 Einsätze hat die NATO seit Ende März gegen das nordafrikanische Land geflogen, bisher 8256mal wurde es bombardiert. Für NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verlief die ganze Operation klinisch rein. Man habe »keine bestätigten Informationen über zivile Opfer«, erklärte der Chef der Kriegsallianz bei einem Besuch in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon am Donnerstag. Der Libyen-Einsatz sei fehlerlos gewesen und »sehr behutsam« durchgeführt worden. Bei einer Wiederholung »würden wir heute, glaube ich, nichts anders machen«, so Rasmussen. »Der Einsatz war ein Erfolg«, ein Massaker se...

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