Der Schwarze Kanal
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01.09.2011 / 73 / Seite 15

20 Millisievert im Jahr

Ein französischer Debütroman gegen Atomenergie und Neoliberalismus

Gerd Bedszent
Der Debütroman der Wirtschaftswissenschaftlerin Elisabeth Filhol hat im vergangenen Jahr in Frankreich unter dem Titel »La Centrale« einiges Aufsehen erregt. Die Veröffentlichung der deutschen Fassung wurde vom Nautilus-Verlag nach dem GAU in Fukushima vorgezogen. »Der Reaktor« lautet der Titel.

Held des Buches ist ein junger Techniker in der Atom­industrie. Ein Zeitarbeiter. Die neoliberale Umstrukturierung der französischen Wirtschaft hat auch vor den Atomkraftwerken nicht haltgemacht. Es sind längst keine hochqualifizierten Spezialisten mehr, die zu Wartungsarbeiten in das strahlende Innere der Reaktoren geschickt werden, sondern schlecht ausgebildete Beschäftigte von Sub- und Subsubunternehmen, bezahlt auf Stundenbasis, ohne regelmäßige Arbeitszeiten, ohne Kündigungsschutz. »Neutronenfutter« nennen sie sich selbst, oder »Remfleisch«.

Diese Hilfskräfte ziehen von Kraftwerk zu Kraftwerk, je nachdem, in welchem Reaktor gerade Arbeit anfällt. Ihr gemein...



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