Gegründet 1947 Freitag, 20. September 2019, Nr. 219
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20.08.2011 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Meine Schülerin, deren Grammatikfortschritte und meine sexuellen Phantasien

Anette Lang
Wir begannen bei Null. Es war die Zeit, als meine Exfreundin gerade ein Kind bekam. Nicht von mir. Das beschäftigte mich, fast würde ich sagen, auf unangenehme Weise. Und dazu kam also dieser Unterricht mit Natchaya, diese unendlich lang erscheinenden Stunden, in denen wir fast nie Gesellschaft hatten. Denn natürlich hatte es andere Schüler gegeben, andere Null-Anfänger wie Natchaya, aber niemand hatte es lange bei ihr ausgehalten. Nach und nach mußten wir die anderen hochstufen, in die übrigen Klassen verteilen. Natchaya lernte so unglaublich langsam.

Sie sprach kein Englisch, überhaupt keine Fremdsprachen, wie es schien. Internationalismen fielen damit aus. Selbst die einfachsten Übersetzungen liefen ins Leere. Es war schon viel, daß sie überhaupt das Alphabet beherrschte. Und auch das konnte noch nicht allzu lange zu ihrem Repertoire gehören, wenn man die Vorsicht bedachte, mit der sie Buchstaben hinter Buchstaben malte.

Unsere Kommunikation war mini...



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