Gegründet 1947 Sa. / So., 23. / 24. Februar 2019, Nr. 46
Die junge Welt wird von 2161 GenossInnen herausgegeben
15.08.2011 / Inland / Seite 5

Furcht vor Präzedenzfall

Internationaler Gerichtshof verhandelt über die Frage, ob ausländische Naziopfer von Deutschland Entschädigung verlangen können

Frank Brendle
Der Internationale Gerichtshof in Den Haag befaßt sich ab Mitte September mit Entschädigungsforderungen italienischer und griechischer Naziopfer gegenüber Deutschland. Den Termin teilte das Gericht vor wenigen Tagen mit. Die Bundesrepublik tritt dabei nicht als Beklagte auf, sondern als Klägerin: Sie will die Forderungen früherer Zwangsarbeiter und Überlebender von Massakern bzw. deren Hinterbliebenen als unzulässig zurückweisen lassen.

Hintergrund sind mehrere Urteile des obersten italienischen Gerichtshofes. Im Jahr 2008 hatte er den Hinterbliebenen eines Wehrmachtsmassakers, dem 200 Menschen zum Opfer gefallen waren, eine Million Euro Entschädigung zugestanden. Zugleich entschied er, daß auch ehemalige italienische Soldaten, die nach 1943 Zwangsarbeit im Reichsgebiet leisten mußten, Entschädigungsansprüche gegen Deutschland geltend machen können. Außerdem wurde der Forderung griechischer Kläger entsprochen, ein in Griechenland ergangenes Urteil, das d...

Artikel-Länge: 4328 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €