13.08.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Hauptmann, zieh mal deine Jacke aus«

Gespräch mit Hein Friedriszik. Über seine Internierung in Auschwitz-Birkenau im Januar 1945, seine Erlebnisse am 17. Juni 1953 in Berlin und seine Aufgaben am 13. August 1961

Arnold Schölzel
Hein Friedriszik (geb. 1928) ist Oberst der Nationalen Volksarmee a. D. Am 13. August 1961 war er für den Grenzabschnitt zwischen Reichstag und Berlin-Treptow zuständig

Sie sprechen von einem »Schwur von Auschwitz«, den Sie am 2. Februar 1945 geleistet haben. Sie waren dort als 16jähriger am 29. Januar 1945, zwei Tage nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee, interniert worden. Wie kam es zu diesem Gelöbnis?

Sie müssen sich vorstellen, daß ich den Namen Auschwitz vorher nie gehört hatte, bevor wir dort aus dem Zug stiegen, geschweige denn wußte, was dort geschehen war. Als wir ankamen, gab es keine Gaskammern und Krematorien mehr, die hatte die SS seit Herbst 1944 beseitigt. Die meisten Häftlingsbaracken, in die nun wir einzogen, standen noch. Am 2. Februar mußten wir im Lager Birkenau antreten. Wir wurden in Gruppen von drei, vier oder fünf Mann eingeteilt, einige erhielten Schubkarren, andere bekamen Bretter. Das machte...

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