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11.08.2011 / Feuilleton / Seite 13

Versunken in Karstadt-Gedanken

Florian Voß’ neuer Gedichtband versucht sich in Gegenwartskritik, benutzt aber nur die Sprache des Boulevards

Kristoffer Cornils
Wer im Gestus zwischen Zeige- und Mittelfinger changiert, bekommt schnell Vorwürfe zu hören. Vor allem den der Eindeutigkeit, Platitüdenhaftigkeit. Je höher die (gesellschafts-)kritische Aufladung der Texte, desto unpoetischer sind sie, ist ein beliebtes Vorurteil. Es gibt Gegenbeispiele genug, es gibt aber auch Lyrik, die sich sprachlich selbst aushebelt und ihre Grundhaltung unterläuft. Dazu gehört auch Florian Voß‘ mittlerweile vierter Lyrikband. Auch an dem könnte man die Apparatur der vorschnellen Verdikte bedienen: Man könnte die Texte mit ihrem rauhbeinigen Sarkasmus und ziemlich deutlichen Absichten als Meinungsmache abkanzeln, als Entmündigung des Lesers.

Sieht man aber über die offensichtliche Kritik und die Polemiken hinweg, die »Datenschatten Datenströme Staub« überwiegend ausmachen, bleibt die Sprache eine Materialschlacht, die zum Friendly fire wird. Voß bedient sich aus dem Medien- und Alltagssprech, verwendet technische Termini und ...

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