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19.05.2000 / Inland / Seite 0

»Ich fürchte, wir sterben vorher«

Polnische AEG-Arbeitssklaven erstmals wieder in Berlin

Hans Daniel

Am heutigen Freitag vormittag wird sich der Reisebus von Berlin aus wieder auf die Reise nach Lodz machen - sofern er durchhält und auf der Reise bis zur polnischen Grenze nicht von übereifrigen deutschen Verkehrspolizisten wegen sichtbarer Altersschwäche aus dem Verkehr gezogen wird.

Am Montag war der Bus mit 19 Männern und Frauen in Lodz gestartet. Für sie alle ein kleines Abenteuer. Zum ersten Mal fahren sie nach langer Zeit nach Deutschland, nach Berlin. Dorthin, wo sie, unterschiedlich lange, in der Mehrzahl aber durch AEG-Telefunken, gedemütigt, ausgebeutet, eingesperrt, wie Maschinenteile hin- und hergeschoben wurden. »Fremdarbeiter«, deutlicher gesagt: Arbeitssklaven. Als junge Menschen in Lodz von der Straße weggefangen, abtransportiert, gezwungen, in der deutschen Rüstungsindustrie für den Sieg der faschistischen Kriegsmaschinerie zu fronen.

Die Berliner Geschichtswerkstatt, ein ehrenamtlich arbeitender Verein, hatte ein Besuchs- und Begegnungspro...

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