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23.07.2011 / Feuilleton / Seite 8

»Was reizt das Publikum an klischierten Sozialdramen?«

Vorwurf des »Lügenfernsehens«: ARD und ZDF sind nicht viel besser als die privaten TV-Sender. Ein Gespräch mit Dietrich Leder

Gitta Düperthal
Dietrich Leder ist Professor für Dokumentarfilm an der Kunsthochschule für Medien Köln

Die ARD-Sendung »Lügenfernsehen« von Anja Reschke hat kürzlich den »Reality-Formaten« bei RTL und anderen Kommerzsendern vorgeworfen, sie stellten Menschen an den Pranger und verfälschten die Realität. Die rechtfertigen sich, es sei doch alles nur Unterhaltung. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Ich glaube, das Problem ist weniger, ob da etwas inszeniert wird. Vielmehr müssen wir fragen: Wieso findet diese Form des »sozialen Bashing« seine Zuschauer am Nachmittag – gelegentlich sogar im Abendprogramm? Was ist der Reiz des Ausstellens sozialer Abweichung? Warum muß die Socke in der Kloschüssel schwimmen und wozu müssen gammlige Essensreste rumliegen?

Meine Vermutung ist, daß die Zuschauer dieser Sendungen sich gern von anderen unterscheiden wollen. Sie sagen: Oh, ist das schrecklich; oh ist der fett; oh ist die häßlich; oh was sind das für Familienverhältnisse – und...


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