22.07.2011 / Feuilleton / Seite 12

Dr. S. aus M. (heute HH)

Kreuzberger Notizen

Eike Stedefeldt
Anfang Juni hatte ich die Einladung bereits ausgeschlagen. Seit Jahren ist mein Verhältnis zum Schwulen Museum ambivalent. Wiewohl ich weiß, am Mehringdamm 61 lagert das Vermächtnis einer sozialen Bewegung, die seit über einem Vierteljahrhundert auch die meinige ist, mißfällt mir doch der Weg, den es genommen hat. 1985 mit einer Utopie im Sinn gegründet, erscheint es inzwischen noch staatstragender, als es staatlich alimentiert ist. Man zeigt Ausstellungen, die politisch weder anecken können noch wollen, nimmt saftige Preise für Recherchen und Kopien und aus den Händen des Regierenden Bürgermeisters Verdienstkreuze an. – Aber nicht, um sie dem schwulen Armutsvollstrecker sogleich wütend vor die Füße zu werfen. Nein, man ist stolz auf die blecherne Heimholung durch Vater Staat. Angekommen in der Mitte. Respektabel, endlich, trotz Analverkehr und HIV!

Schließlich gehe ich am 14. Juli doch hin. Auf Bitten Elmar Kraushaars, dessen taz-Kolumne »Der homo...

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