20.07.2011 / Thema / Seite 10

Blutige Tage

Hintergrund. Vor zehn Jahren: Im Zuge der Proteste gegen den G-8-Gipfel in Genua kommt es zu brutaler Polizeigewalt. Ein Zwischenbericht

Oliviero Pettenati
Vom 20. bis zum 22. Juli 2001 fand in Genua ein Treffen der sogenannten G8, einer sich als »Abstimmungsforum« für Fragen der Weltwirtschaft verstehenden Plattform der großen kapitalistischen Staaten, statt. Das Genoa Social Forum (GSF) hatte breit gegen das Gipfeltreffen mobilisiert. Im Rahmen der Protestaktionen wurde der 23jährige Carlo Giuliani auf der Piazza Alimonda vom 20jährigen Carabiniere Mario Placanica erschossen.

Vor Gericht wird Placanica argumentieren, er habe sich bedroht gefühlt und zwei Warnschüsse abgefeuert, wovon einer Carlo Giuliani getroffen habe. Am 5. Mai 2003 wurde Placanica von der Anklage wegen Mordes freigesprochen. Die Richterin Elena Daloiso erklärte, er habe in Notwehr gehandelt und berechtigterweise Warnschüsse abgegeben, von denen einer von einem geworfenen Stein abgelenkt worden sei und als Querschläger Carlo Giuliani getroffen habe. Diese Version weist verschiedene Widersprüche auf: Es bestehen Unklarheiten darüber, wie...

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