09.07.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Alle Waffen müssen von den Straßen verschwinden«

Gespräch mit Dschihad As-Saad Mohamad. Über Kommunisten in der syrischen Protestbewegung, Voraussetzungen für einen Dialog mit der Regierung und die Gegner der Opposition im In- und Ausland

Karin Leukefeld, Damaskus
Dschihad As-Saad Mohamad ist seit 2001 Chefredakteur der Wochenzeitung Kassioun in Damaskus. Die Zeitung versteht sich als Sprachrohr der Union der Kommunisten in Syrien, einer Sammlungspartei, die die verschiedenen kommunistischen Organisationen vereinen will.

Zählen Sie sich und Ihre Partei zur syrischen Opposition?

Ja, wir verstehen uns als Teil der Opposition. Wir halten es allerdings für wichtig, zunächst eine Analyse vorzunehmen, aus der heraus wir unsere Position entwickeln. Wenn man gegen etwas ist, muß man zunächst die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Zusammenhänge und ihre Hintergründe verstehen.

Ist die Union der Kommunisten eine legale Partei in Syrien?

Es gibt in Syrien kein Gesetz, das die Gründung oder Arbeit von Parteien regelt. Sogar die Baath-Partei ist illegal.

Die Baath-Partei bezieht ihre Macht aus Artikel acht der Verfassung. Und es gibt die Nationale Fortschrittsfront von Parteien, darunter ist auch eine kommunistische.

Wi...


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