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11.06.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»In Mexiko sitzen wir auf einem Pulverfaß«

Gespräch mit Pável Blanco Cabrera. Über den Drogenkrieg, die Aufgaben der Opposition und die Rolle der EU in Lateinamerika

André Scheer
Pável Blanco Cabrera ist Erster Sekretär des ZK der Kommunistischen Partei Mexikos (PCM)




Mexiko taucht derzeit in den internationalen Medien fast ausschließlich im ­Zusammenhang mit dem Drogenkrieg auf. Wie schätzen Sie die Situation ein?

Es ist offensichtlich, daß sich die gewaltsamen Auseinandersetzungen in den vergangenen zwanzig Jahren verschärft haben, in dramatischer Weise vor allem ab der zweiten Hälfte der Amtszeit von Vicente Fox (2000–2006, jW). Noch offener ist die Situation unter Felipe Calderón (Präsident seit 2006, jW) eskaliert, mit sehr hohen Opferzahlen. Pro Tag starben bis zu 70 Menschen. Es ist eine objektive Tatsache, daß das Problem des Drogenhandels in diesem Staat endemisch ist. Das bedeutet, daß es sich bei der Situation, die wir derzeit erleben, im Gegensatz zu manchen Einschätzungen nicht um einen Bürgerkrieg handelt. Es geht vielmehr um eine Neustrukturierung unter den Gruppen des Drogenhandels. Unter den PRI-Regierun...




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