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01.06.2011 / Feuilleton / Seite 12

Nicht abschalten!

Experimentelles Fernsehen im Berliner Filmhaus

F.-B. Habel
Um Samuel Beckett für sich zu gewinnen, mußte der Süddeutsche Rundfunk 1966 keine Reichtümer auffahren. Der medienscheue Autor und Regisseur war einfach neugierig. Anfangs wollte er nicht einmal ein Honorar. »Ich experimentiere ein bißchen herum und weiß noch nicht, was dabei entsteht«, erklärte er. Das Fernsehstudio wurde auf seinen Wunsch während der Proben fest verschlossen. Als der reife Avantgardist und Literaturnobelpreisträger hier 15 Jahre später seine Stücke »Quadrat I und II« inszenierte, tat man ihm zu Gefallen alles. Sogar das Rauchverbot im Studio wurde aufgehoben.

In den 1960er Jahren entwuchs das Fernsehen in der BRD endgültig den Kinderschuhen. Nach der ästhetischen Orientierung an Theater und Film begannen die kreativsten Köpfe, mit der Elektronik zu experimentieren. Das Publikum ging in seiner Mehrzahl nicht mit. Adenauers berühmt-berüchtigte Maxime »Keine Experimente!« galt auch im Fernsehbereich. So waren wohl auch die gegen das Ferns...

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