03.05.2011 / Feuilleton / Seite 13

Blumen des Bösen

»Deadly and Brutal. Filmplakate aus Ghana« in der Münchner Pinakothek der Moderne

Sabine Matthes
Es war einmal ein Geschäftsmann in Lagos, Nigeria, der eine Lieferung leerer Videokassetten nicht los wurde. Er dachte, wenn etwas darauf wäre, ließen sie sich besser verkaufen und drehte selbst einen Videofilm. So wurde Kenneth Nnebues »Living in Bondage« 1992 zum ersten »Nollywood« Film verkaufte sagenhafte 500000 Kopien und startete die Erfolgsgeschichte von Nigerias boomender Filmindustrie– nach Indiens »Bollywood« und vor »Hollywood« die zweitgrößte der Welt. Ohne ausländisches Investment und staatliche Hilfe entwickelte sich aus der Graswurzelbewegung eine unabhängige Filmproduktion von Home Videos, die nach der Ölindustrie Nigerias zweitgrößter Arbeitsmarkt wurde. Wenn unter der Bedingung produziert wird, für ganze 10000 Dollar in nur sieben Tagen einen Film abzudrehen, ist die Qualität weniger wichtig als der Spaß und die Chance auf schnelles Geld und Glamour. Im Gegensatz zu den wenigen afrikanischen Autorenfilmern, wie dem verstorbenen Sen...

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