15.04.2011 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Despot in Bedrängnis

Auch im Oman lehnen sich Jugendliche und Arbeiter gegen halbfeudale Verhältnisse auf. Der Sultan reagiert mit sozialen Zugeständnissen und Repression

Raoul Rigault
Der Aufruhr in der arabischen Welt ist allumfassend. Ende Februar erreichte er auch den letzten Winkel – das verschlafene und vom Westen für seine Stabilität und Reformbereitschaft gepriesene Sultanat Oman. Hochburg der Proteste gegen das absolutistische System, gegen Massenarbeitslosigkeit, Hungerlöhne und Vetternwirtschaft am Südrand der arabischen Halbinsel ist die zweitgrößte Stadt Sohar. Am 26. und 27. Februar gingen dort, angeregt durch die Revolte im Nachbarland Jemen, Tausende auf die Straße. Eine Polizeistation ging in Flammen auf, ein Supermarkt wurde geplündert. Inzwischen kommt es auch in der Hauptstadt Maskat zu regierungskritischen Kundgebungen. Dabei wurden bisher sechs Menschen durch Polizeikugeln getötet, Dutzende zum Teil schwer verletzt. Zuletzt starb am 2. April ein 22jähriger nach einer weiteren Demonstration in Sohar.

Außer auf Staatsterror setzt der seit 1970 unumschränkt herrschende Sultan Kabus auch auf beschränkte Zugestän...

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