14.04.2011 / Feuilleton / Seite 12

Persönlich werden

Wohin geht der Mensch? Was macht der Hauptschulabschluß? Der poetische Dokumentarfilm »Kleinstheim« über ein Kinderheim in Sachsen-Anhalt

Theresa Sarafin
Die zwölfjährige Sarah sitzt am Tisch, eine Spange im feuchten Haar. Vor ihr liegt ihr Handy. Mehrere Minuten lang sagt sie gar nichts. Es geht um ihren Vater. Sie hat sich mit ihm gestritten. Mal wieder. Sarah wohnt nicht zu Hause, sondern in »Kleinstheim«, einem Kinderheim in der Magdeburger Börde. Es befindet sich in einem früheren Schloß oberhalb der Ortschaft Krottorf.

Sieben Kinder leben hier mit vier Betreuern den täglichen Alltagskampf. Das ist ein Kampf, in dem der Hauptschulabschluß »besser ist als gar kein Abschluß«, ein Kampf um Anerkennung in der Welt da draußen. Adriano kommt gerade vom geschlossenen Entzug. Jetzt will er clean bleiben. Dann ist er verschwunden. Nancy will Verkäuferin werden. Von Peggy hört man nur die Stimme, als sie einen Jungen aus dem Dorf wegen eines anderen Mädchens zur Rede stellt. Moni ist schon 20 und raus. Sie holt ihren Hauptschulabschluß nach, um endlich selbtändig zu sein. »Ist hart, ja... Kannste dir nich vors...

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