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13.04.2011 / Inland / Seite 4

Im Dienste des Herrn

In den Diakonie-Stationen in Berlin und Brandenburg werden seit Jahren Dumpinglöhne bezahlt. Leitungsgremien ignorieren Schlichterspruch

Rainer Balcerowiak
Kirchliche Unternehmen stehen nicht gerade in dem Ruf, mit ihren Mitarbeitern im Sinne der »christlichen Nächstenliebe« zu verfahren. Dazu kommen erhebliche gesetzliche Restriktionen, wie zum Beispiel die Versagung des Streikrechts und die Einschränkung der betrieblichen Mitbestimmung. Auch werden Arbeitsbedingungen und Entlohnung in kirchlichen Einrichtungen nicht in Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften ausgehandelt, sondern in sogenannten arbeitsrechtlichen Kommissionen beschlossen. Gewerkschaften haben kein eigenständiges Zugangsrecht zu den Betrieben.

Seit längerem beschäftigen diese Fragen sowohl die Gerichte als auch die Politik. Derweil nutzen die Träger ihre Machtposition oftmals hemmungslos aus. Als besonders krasses Beispiel präsentierte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Dienstag in Berlin die Zustände in den Diakonie-Stationen in Berlin und Brandenburg vor. In den 81 Einrichtungen sind insgesamt 3500 Menschen beschäftigt, davon üb...

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