23.03.2011 / Feuilleton / Seite 12

Sozialistische Moderne und Exil

Zum Tod der Germanistin Silvia Schlenstedt

Georg Fülberth
Am 16. März starb in Berlin Silvia Schlenstedt – eine große Forscherin zur Exilliteratur, national und international anerkannt in ihrem Fach. Sie selbst hat mehr gewollt als das: eine sozialistische Gesellschaft, in der ein differenziertes Wissen über die Vergangenheit gebraucht wird.

Silvia Schlenstedt wurde am 10.April 1931 in Wuppertal geboren. Ihre jüdische Familie floh 1934 ins Exil: Spanien, Frankreich, Schweiz. Nach der Rückkehr 1946 arbeitete ihr Vater als Theaterkritiker für die Frankfurter Rundschau. 1950 ging er mit seiner Familie in die DDR.

Die junge Germanistikstudentin versuchte, wie sie sich 2004 in einem Interview erinnerte, »marxistisch zu arbeiten, ohne Lukács zu folgen«. Eine Gegenposition fand sie bei Brecht, über dessen »Svendborger Gedichte« sie promovierte. Literaturwissenschaft hatte für sie eine operative Aufgabe. »Eingreifen«: das galt für beides – die Arbeit der Schriftsteller und ihrer interpretierenden Begleiter...



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