16.03.2011 / Feuilleton / Seite 13

Gemächlich

»Nur mittelmäßige Aufführungen können mich retten«. Wagners »Tristan und Isolde« feierte am Sonntag Premiere an der Deutschen Oper, Berlin

Peer Schmitt
Nur mittelmäßige Aufführungen können mich retten«, schrieb Richard Wagner 1859 über »Tristan und Isolde«, noch während der Arbeit am dritten Akt. Er fürchtete, die Oper könnte verboten werden, wenn schlechte Aufführungen sie, so sein eigener Wortlaut, nicht »parodierten«. Er war sich, zumindest halb im Scherz, darüber im Klaren, daß er im Begriff war, eine effektive Droge zu komponieren.

Das Besondere an »Tristan und Isolde«: die Trance nicht einfach nur mit allen zur Verfügung stehenden Tricks zu thematisieren, sondern wirklich zu vollziehen. Musikalisch und überhaupt. Diesen Totalanspruch einer in diesem Sinne performativen Musik mag man – wie vieles andere an Wagners pathetischen Äußerungen auch – mit historischem Abstand gebührend belächeln, an irgendeinem Verhältnis zum Exzeß aber kommt wohl keine Aufführung dieser Oper vorbei. Und sei es das negative Verhältnis einer bewußten Vermeidung wie in Graham Vicks Inszenierung nun an der Deutsc...

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