08.03.2011 / Thema / Seite 10

Wagnis und Vorbild

Vor 90 Jahren begann in Rußland der Übergang vom Kriegskommunismus zur »Neuen Ökonomischen Politik«

Jörg Roesler
Vom 8. bis 16.März 1921 hielt die Kommunistische Partei Rußland (Bolschewiki) ihren X. Parteitag ab. Er war der erste nach der Beendigung der Interventionskriege im Spätherbst 1920. Auf wirtschaftspolitischem Gebiet faßten die Delegierten Beschlüsse, die eine Zäsur bedeuteten und von manchen Bolschewiki als Kehrtwende angesehen wurden. Im Mittelpunkt der Maßnahmen stand eine Veränderung im staatlichen Abgabensystem. An die Stelle der Ablieferungspflicht trat die Naturalsteuer. Die Bauern, die seit 1918 Brotgetreide, Kartoffeln und Ölfrüchte mit Ausnahme des Eigenverbrauchs und Reserven im Umfang der kommenden Aussaat an den Staat abzuliefern hatten, durften von nun an den größeren Teil der Ernte für sich behalten. Die Ablieferungspflicht für das Wirtschaftsjahr 1921/22 war auf 423 Millionen Pud (alte russische Maßeinheit) Getreide festgelegt worden. Die Naturalsteuer sollte dagegen 240 Millionen Pud nicht überschreiten. Für das nächste Wirtschaftsjahr wur...

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