05.03.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Es geht um die Verfaßtheit dieser Gesellschaft«

Gespräch mit Heinrich Fink. Über den antifaschistischen Erfolg von Dresden, den Rücktritt des deutschen Kriegsministers und die von den Herrschenden propagierte »Extremismustheorie«

Markus Bernhardt
Heinrich Fink ist Professor für Theologie und Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes–Bund der Antifaschisten (VVN-BdA). Von 1990 bis zu seiner Abwicklung 1992 war er Rektor der Humboldt-Universität zu Berlin, von 1998 bis 2002 Mitglied des Bundestages für die damalige PDS.

Über 20000 Antifaschisten aus dem gesamten Bundesgebebiet ist es am 19.Februar erneut gelungen, den europaweit größten Neonaziaufmarsch in Dresden mittels Massenblockaden zu stoppen. Macht Ihnen dies in Ihrer Funktion als Bundesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) Mut für die Zukunft?

Ja, klar! Daß der Aufmarsch der Neonazis durch die Entschlossenheit und den Mut der vielen Blockierer verhindert wurde, erfüllt mich mit großer Freude. Das gute Zusammenwirken von alten und jungen Nazigegnern hat mich nachhaltig beeindruckt. Vor allem vor dem Hintergrund, daß ja untereinander nicht selten unterschie...

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