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31.03.2000 / Thema / Seite 0

Falsches Bekenntnis

Der Vatikan sollte endlich seine Archive öffnen

Dieter Frielinghaus

Das vom Papst aus Anlaß der Jahrtausendwende in feierlicher Versammlung abgelegte Schuldbekenntnis (12. März 2000) geht durch die Medien unter der Bezeichnung »Mea culpa«. Der Ausdruck stammt aus einem traditionellen Bußgebet. Er bedeutet: »Meine Schuld«. Das Gebet fährt verstärkend fort: »Meine übergroße Schuld!« Sagt das ein Mensch zu seinem Gott, geht es Dritte weiter nichts an, wie Jesus betont in Kritik solcher, »die da gern beten, auf daß sie von den Leuten gesehen werden. Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen.«

Natürlich kann auch gemeinsam gebetet werden. In versammelter Gemeinde. Das mögen dann Dritte hören und werden so anständig sein, die Worte z. B. eines Schuldbekenntnisses, wenn sie von Herzen kommen, nicht auf die Goldwaage zu legen. Allerdings ergibt sich die kleine Frage, ob der Sprecher das »Mea culpa« hauptsächlich als Mittler (Priester) für das Volk ausspricht ...

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