04.02.2011 / Thema / Seite 10

»Im Dienste alter Kameraden«

Hintergrund. Über die Netzwerke des Bundesnachrichtendienstes (Teil II und Schluß)

Klaus Eichner und Gotthold Schramm
Nach seiner Rückkehr aus den USA 1946 machte sich der ehemalige Nazi-General Reinhard Gehlen an den Aufbau eines deutschen Geheimdienstes. Die so entstehende »Organisation Gehlen« (ORG Gehlen) wurde zur Vorläuferorganisation des späteren Bundesnachrichtendienstes (BND).

Gehlen richtete dabei von Anfang an seine Aufmerksamkeit auf die Schaffung effektiver Stützpunkte im Ausland. Dabei bildeten untergetauchte Nazi- und Kriegsverbrecher mit einschlägigen Erfahrungen aus der Tätigkeit in den faschistischen Geheimdiensten das personelle Reservoir.

In den Anfangsjahren mußte sich Gehlen noch dieses Kaderreservoir mit den amerikanischen Geheimdiensten, insbesondere dem Counter Intelligence Corps (CIC) der US-Army, teilen. Aber in diesen Personalfragen saß er am längeren Hebel, denn hier wirkte das Prinzip »Alte Kameraden im Dienste alter Kameraden«. Dem konnten die US-Dienste lediglich ihre Siegermacht und ihre Dollars entgegensetzen.1

Von Italien bis Indonesi...





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