22.01.2011 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Der Diktator ist gestürzt – die Diktatur aber noch nicht«

Gespräch mit Hamma Hammami. Über die Revolte in Tunesien, die Rolle internationaler Konzerne, die historische Verantwortung europäischer Regierungen – und wie es weitergehen könnte

Gitta Düperthal
Hamma Hammami ist Vorsitzender der Kommunistischen Arbeiterpartei Tunesiens (Parti Communiste Des Ouv­riers Tunisiens, PCOT). Er wurde während der 23jährigen Amtszeit des tunesischen Präsidenten Zine Al Abidine Ben Ali und dessen Partei RCD (Konstitutionelle Demokratische Versammlung) insgesamt zehn Jahre als politischer Gefangener inhaftiert. Weitere zehn Jahre mußte er im Untergrund verbringen.

Am 17. Dezember 2010 hat sich der 26 Jahre alte Universitätsabsolvent Mohamed Bouazizi in Sidi Bouzid selbst verbrannt, nachdem die Polizei seinen Obst- und Gemüsekarren konfisziert hatte, mit dem er seinen Lebensunterhalt verdiente. Nach seinem Tod explodierte die Lage – die Menschen gingen auf die Straße und forderten Arbeitsplätze, bessere Lebensbedingungen und ein Ende der Korruption. Wie ist die Situation im Moment? Gibt es noch Straßenkämpfe – geht die Revolte weiter?

Zur Zeit findet eine machtvolle und populäre Revolution in Tunesien statt. Das...

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