04.01.2011 / Feuilleton / Seite 13

Marktszenen mit Bauern

Sieht man zeitgenössischer Kunst noch an, aus welchem Land sie kommt? In Berlin-Kreuzberg sind Werke aus Indonesien ausgestellt

Matthias Reichelt
Ein absurdes Bild: Vier Personen mit Miniaturgotteshäusern über dem Kopf, die Religionen symbolisieren. Buddhismus, Islam, Christen- und Judentum. Die Köpfe scheinen in den Gefängnissen dieser Religionen eingesperrt wie Vögel in Käfigen. Die Gesichter verschwinden völlig hinter den »Gotteshausfassaden«. »Birdprayers« heißt diese bizarre, gleichwohl stimmige Arbeit von Sara Nuytemans und Arya Pandjalu, zwei Künstlern, die sowohl in Indonesien als auch in den Niederlanden leben.

Nuytemans und Pandjalu thematisieren nicht nur, wie sich Religion vor die Sicht auf die Welt schiebt, sondern umgekehrt auch den Blick von außen, der die »fremden« Menschen pauschal auf ihre Religionen reduziert. Die Künstler haben ihre »Religions-gefangenen« durch Straßen laufen lassen, in Bali, Istanbul, Den Haag, Rom, Deutschland und Jogjakarta (Indonesien). Alles wurde mit Video dokumentiert.

Nationale Identitäten verschwinden auch in der Kunst zugunsten globaler Ansätze. Küns...



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