03.01.2011 / Ausland / Seite 7

Der stille Riese erwacht

Rückblick 2010. Heute: Brasilien. Nach acht Jahren Lula: Zwischen regionalem Integrationsmotor und neuer Supermacht

Johannes Schulten
Es war mehr als eine einfache Regierungsübergabe. Am 1. Januar streifte Brasiliens scheidender Präsident Luiz Inácio »Lula« da Silva seine Amtsschärpe ab und übergab sie an Dilma Rousseff. 30 Jahre nach ihrer Gründung geht die brasilianischen Arbeiterpartei (PT) in ihre dritte Regierungszeit. Auf den ehemaligen Arbeiterführer folgt die ehemalige Guerillera.

Die einstigen Gegensätze aus Zeiten der PT-Opposition sind nach acht Jahren Lula passé. Der Präsident hat sich als sozialdemokratischer Realpolitiker etabliert – aus dem von der Linken erhofften und der Rechten gefürchteten Neuanfang in der brasilianischen Politik wurde nichts. Lula praktizierte die Kunst des Machbaren, die jedoch nicht mit Ideenlosigkeit zu verwechseln ist. Die in Brasilien extrem ungleiche Verteilung von Eigentum blieb zwar unangetastet, nach dem marktradikalen Kahlschlag der vergangenen Dekade war es jedoch die PT-Regierung, die den Staat wieder handlungsfähig machte. Und die...

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