30.12.2010 / Sport / Seite 16

»Pro-Ossi geworden«

Ein früherer Boxolympiasieger bleibt Erster

Klaus Huhn
Wolfgang Behrendt war der »Erste« und niemand wird ihn je von diesem Platz verdrängen können. Im Dezember 1956 errang er in Melbourne nach einem dramatischen Boxfinale im Bantamgewicht die erste olympische Goldmedaille für die DDR. Warum der damals 20jährige Berliner, der später fast drei Jahrzehnte Sportfotograf beim ND war und auch in dieser Branche manche Goldmedaille gewann, am Dienstag eine Drittelseite in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung füllte, ist nicht mit zwei Worten zu erklären.

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Dikatur hatte sich unlängst einfallen lassen, eine Ausstellung mit einem diffizilen Titel im Bundestag zu präsentieren: »Ästhetik und Politik. Deutsche Sportfotografie im Kalten Krieg«. Die Arrangeure hatten auch Behrendt um Bilder gebeten, von denen ihnen allerdings nur zwei tauglich erschienen. Das eine stammte nicht einmal von dem Olympiasieger, sondern war eher zufällig von seiner Frau geknipst worden, als Behrendt irg...

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