14.12.2010 / Ausland / Seite 6

Wildwest bei UPS

Türkei: Firmenchef bedroht Gewerkschafter mit Pistole. Organisation der Beschäftigten soll verhindert werden. Aufruf zu weltweitem Aktionstag

Nick Brauns
Zur Unterstützung eines seit April andauernden Arbeitskampfes beim Logistikunternehmen UPS in der Türkei ruft die internationale Transportarbeiterföderation (ITF) ihre Mitgliedsgewerkschaften zu einem weltweiten Aktionstag am kommenden Donnerstag auf. Hintergrund ist die Entlassung von 162 UPS-Beschäftigten aufgrund ihrer gewerkschaftlichen Organisation. Nach türkischen Gesetzen wird eine Gewerkschaft erst als tariffähig anerkannt, wenn sie sowohl zehn Prozent aller Beschäftigten einer Branche landesweit als auch über 50 Prozent der Angestellten eines Betriebes als Mitglieder vorweisen kann. Dazu muß die Gewerkschaft den Eintritt jedes einzelnen notariell beglaubigen lassen. Nachdem die Transportarbeitergewerkschaft Tümtis im April erklärte, innerhalb eines halben Jahres allein in der Istanbuler UPS-Vertretung 700 von 2500 Beschäftigten organisiert zu haben, reagierte das Unternehmen sofort mit Kündigungen wegen angeblicher »Arbeitsverweigerung«. In Izmir...

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