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13.12.2010 / Ausland / Seite 7

Ein Kriegsmanifest

Domenico Losurdo
Von den wichtigsten Fernsehsendern der Welt in Direktübertragung ausgestrahlt, ist die Rede des Vorsitzenden des Nobelkomitees anläßlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo ein regelrechtes Kriegsmanifest. Der Grundgedanke ist ebenso klar wie unreflektiert und manichäisch: Die Demokratien hätten sich nie bekriegt und bekriegen sich nicht untereinander; um die Sache des Friedens ein für alle Mal triumphieren zu lassen, müsse man daher die Demokratie auf weltweiter Ebene verbreiten. Wer so spricht, kennt die Geschichte nicht, weiß zum Beispiel nichts von dem Krieg, der zwischen 1812 und 1815 zwischen Großbritannien und den USA ausgetragen wurde. Es handelt sich um zwei »demokratische« Länder und sie gehören außerdem beide zum »pragmatischen« und »friedlichen« angelsächsischen Stamm. Und doch ist der Furor des Krieges so fürchterlich, daß Thomas Jefferson die Londoner Regierung mit dem »Satan« vergleicht und so weit geht zu erklären, Großbr...

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