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13.12.2010 / Feuilleton / Seite 13

Beischlafbeobachtung

An der Berliner Schaubühne hatte »Lulu – Die Nuttenrepublik« Premiere

Arnold Schölzel
Star des Abends ist das Ensemble der Berliner Sexarbeiterinnen, laut Besetzungsliste 16köpfig. Die Frauen unterschiedlichsten Alters bilden einen Chor (einstudiert von Bernd Freytag), skandieren Texte, die auf ihren eigenen Erzählungen beruhen. Regisseur Volker Lösch bezeichnet die Erarbeitung des Chortextes als »im Grunde journalistische Arbeit«. Es ist mehr: Der Chor wendet sich stets direkt an die Zuschauer, tritt als aufklärende, moralische Instanz auf, kommentiert das Bühnengeschehen indirekt. Die Berliner Zeitung schrieb am Sonnabend, Lösch-Theater sei »wuchtig, grob und unabweisbar«, er arbeite stets mit »großem, derben Chor«. Das mag so sein, wo Klartext als brachial empfunden wird, denn um nichts anderes geht es. Noch genauer: Hier wird offenherzig Gesellschaftliches verhandelt, das in den meisten Medien nicht oder nur vom jeweiligen Skandal abhängig vorkommt. In der Verdichtung der Erzählungen steckt viel Arbeit. Mag sein, daß die damit verbunde...

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