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11.12.2010 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Über Sklaverei

Reinhard Jellen
»Zwar können Sklaven Rollen und Tätigkeiten ausüben, welche im so­zialen Gefüge hochwichtig sind; doch sobald ihr Herr – aus welcher Laune auch immer – es will, stürzen diese Sklaven in einen Zustand weitgehender Isolierung, Marginalisierung, Entehrung und völliger Erniedrigung; ein Wink ihres Herrn reduziert sie zum Nichts. Ein solches Ausmaß von Statusinkonsistenz gibt es nur in der Sklaverei. Diese extreme Möglichkeit ist latent vorhanden und rechtlich garantiert; darum ist der Sklave tatsächlich ›sozial tot‹, obwohl ihm gelegentlich sogar herrschaftliche Aufgaben anvertraut werden.« (Egon Flaig, Weltgeschichte der Sklaverei, München 2009, S.21)

Auch wenn der Sklave seit der Antike als eine Art sprachbegabtes Werkzeug definiert wird und ausschließlich für seinen Herren zu schaffen scheint, vollzieht sich die Begriffsbestimmung der Sklaverei in der Sphäre des Rechts und nicht in der Arbeit selbst. Die Sklaven sind weniger unte...

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