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08.12.2010 / Thema / Seite 10

Offensive gegen Teheran

Hintergrund. Über die Wikileaks-Depeschen, die Mainstreammedien und die Kriegshetze gegen Iran

Knut Mellenthin
Am 28. November begannen die New York Times, der britische Guardian, die französische Le Monde, der spanische El País und das deutsche Nachrichtenmagazin Spiegel mit der kommentierten Veröffentlichung von Depeschen US-amerikanischer Diplomaten an das Außenministerium der Vereinigten Staaten. Zwei Tage später war offensichtlich, daß die neuen »Enthüllungen« der Internetplattform Wikileaks vielen Politikern auf den Magen geschlagen waren. Die einzige Regierung, die sich vor Begeisterung geradezu überschlug, war die israelische Koalition unter Benjamin Netanjahu.

Kriegsminister Ehud Barak, der im Regierungsbündnis die Sozialdemokraten repräsentiert, verkündete am 30. November, Wikileaks habe »das Gesicht der Weltdiplomatie verändert«: »Diplomaten in jeder Ecke der Welt werden beim Sprechen sehr viel vorsichtiger sein, und zwar nicht nur gegenüber den Amerikanern.« Gleichzeitig gab sich Barak sehr sicher, daß sich aus den Veröffentlichungen kein Schaden für ...

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