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08.11.2010 / Thema / Seite 10

Der große Raubzug

Hintergrund. »Stuttgart 21« oder: Bahn-Privatisierung als Immobiliengeschäft (Teil 2 und Schluß)

Winfried Wolf
Der am Wochenende erschienene erste Teil untersuchte die städtebauliche und verkehrstechnische Bedeutung von Kopfbahnhöfen im Goldenen Zeitalter der Eisenbahn. Die Nazis machten dagegen die »gleisfreie Innenstadt« zu ihrem Leitbild, ein Ziel, das unter dem Druck der Autolobby auch in der BRD mit Konsequenz verfolgt wurde.

In der Öffentlichkeit wird »Stuttgart 21« in erster Linie als ein verkehrspolitisches und als ein Stuttgarter Projekt vorgestellt. Tatsächlich ist das Vorhaben primär ein großangelegtes Immobiliengeschäft. Es geht auch nicht allein um Stuttgart, sondern um die gesamtdeutsche Vermarktung von Bahngelände und von Bahnhöfen zum Zwecke der Bodenspekulation, was keusch als »Stadtentwicklung« und im Neusprech als »developping« umschrieben wird. »Stuttgart 21« ist auch in dieser Hinsicht ein Exempel.

Anfang 1994 gab Bahn-Chef Heinz Dürr bekannt, daß der Stuttgarter Hauptbahnhof in den Untergrund und die Gleisanlagen im Zentrum »in Tunnellage v...



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