05.11.2010 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Ökonomische Todsünde

Mit einem gigantischen Geldschöpfungsprogramm will die US-Notenbank die Wirtschaft ­ankurbeln. Fallender Dollarkurs könnte zu weltweiten Verwerfungen führen

Rainer Rupp
Am Mittwoch abend (europäische Zeit) ließ der Chef der US-Notenbank (Fed), Ben Bernanke, nicht ganz unerwartet die Katze aus dem Sack. Mit einer zweiten »Quantitative Easing« (QE2), d.h. einer Geldschöpfungsaktion von gigantischem Ausmaß, will er die drohende Deflation in den USA abwenden und einen Aufschwung erzwingen. Mit dem harmlosen Projekttitel »Quantitative Easing« soll zugleich verschleiert werden, daß die USA dabei sind, so etwas wie eine ökonomische Todsünde zu begehen: Bis Juli 2011 will die Notenbank nämlich für 600 Milliarden Dollar ausschließlich T-Bonds (US-Staatsanleihen) kaufen. Das bedeutet, daß das US-Haushaltsdefizit im nächsten Halbjahr fast ausschließlich mit Dollars aus der Druckerpresse bezahlt wird, denen keine reale Wertschöpfung gegenübersteht.

Mit scharfer Kritik reagierten US-amerikanische, aber auch deutsche Medien auf dieses Vabanque-Spiel: »Bernankes riskanter Milliardenpoker« (Focus), »Schneeballsystem à la Fed« (Wirtscha...

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