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23.10.2010 / Feuilleton / Seite 12

Zurück am deutschen Herd

Moshe Zuckermann stellt den Antisemitismus-Vorwurf als Herrschaftsinstrument vor. Am heutigen Samstag in der JW-Ladengalerie

Werner Pirker
Mit dem ersten Satz des Buches soll auch seine Besprechung beginnen: »Der Zionismus wurde aus dem Antisemitismus geboren.« Eine Behauptung, die sich durchaus selbst dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt sehen könnte, bedenkt man, wie dieser Vorwurf heutzutage eingesetzt wird. Genau damit beschäftigt sich der israelische Philosoph Moshe Zuckermann in seinem im Wiener Pro-Media Verlag erschienenen Buch »›Antisemit!‹ Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument«.

Davon ausgehend, daß der Zionismus den Antisemitismus zur Voraussetzung hatte und er seine Legitimität damit zu begründen sucht, die einzig brauchbare Antwort auf den Antisemitismus zu sein, verweist der Autor auf »ein (scheinbares) Paradoxon«. Um seine Brauchbarkeit unter Beweis stellen zu können, bedarf der Zionismus, solange sein Projekt, die Ansiedlung der überwiegenden Mehrheit des Judentums in Israel, nicht zu Ende gebracht ist, des Antisemitismus, den zu überwinden er sich doch au...

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