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17.02.2000 / Thema / Seite 0

Wie geht Rom mit seinen Sünden um?

Vor 400 Jahren wurde Giordano Bruno auf dem Scheiterhaufen verbrannt

Gerhard Feldbauer

Ausgerechnet im »Heiligen Jahr« werden der Papst und seine Monarchie mit einem der düstersten Kapitel ihrer Geschichte konfrontiert: mit der Hinrichtung des Dichters und Philosophen Giordano Bruno, der am 17. Februar 1600 auf dem Campo di Fiori in Rom auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. An einer Eisenkette, einen Knebel im Mund, führte ihn der Henker zur Richtstätte.

Welcher »Verbrechen« bezichtigte ihn die Inquisition? Als Bruno 1548 in Nola in der Provinz Neapel geboren wurde, waren Renaissance-Humanismus, frühbürgerliche Revolution und Reformation fast schon Geschichte. Feudaladel und Klerus hatten sich zur Gegenreformation formiert, der Spanier Ignatius von Loyola dafür mit dem Jesuitenorden eigens eine Kampfgruppe gegründet, die 1540 von Papst Paul III. bestätigt worden war. Überhaupt verbündeten die Päpste sich mit Spanien unter Philipp II. Die Inquisition und mit ihr das mittelalterliche Ketzerrecht (Häresie, Schisma) wurden wiederbelebt, die P...

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