11.10.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Turbulenter Kongreß

Parteitag der DKP wählte neuen Vorstand. Leitanträge erhielten nur knappe Mehrheit. Vorsitzende Jürgensen will verschiedene Strömungen integrieren

Mirko Knoche, Frankfurt am Main
Ungewohnt turbulent verlief am Wochenende der Parteitag der deutschen Kommunisten. Auf dem 19. Kongreß der DKP in Frankfurt am Main konnte der bisherige Parteivorstand seine Leitanträge nur mit hauchdünner Mehrheit durchsetzen. 83 Delegierte nahmen bei 80 Gegenstimmen eine »Politische Resolution« des Vorstands an und lehnten einen Alternativentwurf der DKP Berlin ab. Mit 81 zu 79 Stimmen votierte die Versammlung für ein »Aktionspolitisches Forderungsprogramm« und wies einen Gegenantrag aus Hamburg-Altona zurück.

Die knappen Mehrheitsverhältnisse spiegelten sich in den Personalentscheidungen wider. Gegen die Empfehlung des alten Parteivorstands wählten die Kommunisten Patrik Köbele aus Essen zum stellvertretenden Vorsitzenden der DKP. Er gilt als exponierter Vertreter des linken Flügels. Nina Hager aus Berlin und Leo Mayer aus München erhielten erneut das Vertrauen der Delegierten für eine weitere Amtszeit als Stellvertreter. Die neue Parteivorsitzende Be...

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