27.09.2010 / Ansichten / Seite 8

Schluß mit lustig

Ministerin streicht Arbeitslosen das Bier

Werner Pirker
Laut einer von Bild am Sonntag in Auftrag gegebenen Emnid-Umfrage sollen 56 Prozent der Deutschen eine Erhöhung des Regelsatzes für Hartz-IV-Empfänger ablehnen. Das läßt auf eine dramatische Verschärfung der Entsolidarisierungstendenzen im gesellschaftlichen Bewußtsein schließen. Hartz IV galt eigentlich als symbolisch aufgeladener Begriff für den Verlust an sozialer Sicherheit im Verlaufe des von der rot-grünen Regierung forcierten Rückbaus des Sozialsstaates. Inzwischen scheinen die Folgen der »Arbeitsmarktreform« im Zeichen der Schröderschen Agenda 2010 freilich weniger als Armutsproblem wahrgenommen zu werden denn als ein Problem des Sozialschmarotzertums. Arbeitslosengeld II zu beziehen, bedeutet aus der Sicht vieler (Noch-)Leistungsträger, im Wohnzimmer vor der Glotze zu sitzen, Bier in sich hineinzuschütten und sich den Bauch mit fettem Zeug vollzuschlagen, kurz: der Allgemeinheit auf der Tasche zu liegen.

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