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13.09.2010 / Feuilleton / Seite 13

Du darfst Ferdinand sein

Habt ihr überhaupt was verstanden? Das Theaterstück »Verrücktes Blut« in Berlin-Kreuzberg

Deniz Utlu
Die Schauspieler ziehen sich um, betreten als Schüler und Lehrerin das Klassenzimmer, ein viereckiges Plateau mit schwarzem Rand, wie Gladiatoren eine Arena der Bildung. Die Bühne wird zum Kampfplatz des gesellschaftlichen Wandels. Regisseur Nurkan Erpulat erzählt in seinem Stück »Verrücktes Blut« frei nach dem französischen Film »La Journée de la Jupe« von Jean-Paul Lilienfeld: Im Ghetto kann sich eine engagierte Klassenlehrerin nicht gegen ihre Schüler durchsetzen, bis ihr eine Pistole aus einem konfiszierten Rucksack in die Hände fällt.

Bei Erpulat bestätigt ein Prolog die üblichen Einwanderer-Klischees. Die Jungs kratzen sich am Sack, krächzen den Schleim im Rachen zusammen und rotzen ihn auf den Boden. Mädchen werden ausschließlich als Schlampen oder Nutten bezeichnet; wenn Deutsch gesprochen wird, dann nur in Schimpfworten. Die Lehrerin, gespielt von Sesede Terziyan, scheint machtlos zu sein vor diesen »Primaten«, wie sie bald von ihr genannt werde...

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