09.09.2010 / Ausland / Seite 6

Wie starb Andrea Wolf?

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt Türkei

Nick Brauns
Die türkische Justiz hat die Todesumstände einer deutschen Internationalistin in den kurdischen Bergen vor zwölf Jahren vertuscht. Das ist der Tenor eines jetzt veröffentlichten Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in Strasbourg zum Fall der Münchnerin Andrea Wolf, die im Alter von 33 Jahren als Kämpferin der Frauenguerilla der Arbeiterpartei Kurdistans PKK ermordet wurde. Andrea Wolf, die aus der autonomen Frauenbewegung kam, hatte sich in den 90er Jahren der kurdischen Befreiungsbewegung angeschlossen.

Ronahi (Licht) – so ihr Parteiname – sei am 23. Oktober 1998 nach einem Gefecht in der Provinz Van zusammen mit weiteren Genossinnen den Soldaten lebend in die Hände gefallen, gefoltert und erschossen worden. So hatten überlebende Guerillakämpferinnen berichtet. Freunde und Genossen von Andrea Wolf, die eine internationale unabhängige Untersuchungskommission (IUK) gebildet hatten, versuchten seitdem gemeinsam mit ih...

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