27.08.2010 / Feminismus / Seite 15

Menschen stark machen

Sie wollte Unterdrückten in Lateinamerika helfen, »Subjekte ihrer Geschichte« zu sein: Der Psychoanalytikerin, Feministin und Kommunistin Marie Langer zum 100

Christiana Puschak
Marie Langer wird am 31. August 1910 als Marie Lisbeth Glas in eine wohlhabende assimilierte jüdische Familie in Wien geboren. Bereits als Mädchen verschlingt sie Bücher über Revolutionärinnen. Als in patriarchalischen Verhältnissen aufwachsender Tochter erscheint ihr das »Revolutionär-Sein« als eine der wenigen Möglichkeiten, den festgelegten Rollenerwartungen für Frauen zu entkommen. Als besonders förderlich für Maries Entwicklung zu einer emanzipiert denkenden und selbständig handelnden Frau erweist sich der Besuch der von der feministischen Sozialdemokratin Eugenie Schwarzwald gegründeten Schwarzwaldschule. Marie ist höchst empfindsam gegenüber Ungerechtigkeiten jeglicher Form und begehrt schon früh insbesondere gegen die Benachteiligung von Frauen auf – wohl ein erster Schritt zu ihrem späteren feministischen Engagement. Hinzu kommt ihr Interesse an der menschlichen Psyche und die frühe Empörung über soziale Widersprüche.

Maries offene Einstel...

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