24.08.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Tarnen und täuschen

Von wegen Truppenabzug: Die USA verlassen den Irak nicht, sie etikettieren ihre Besatzung lediglich um

Joachim Guilliard
Unter großem Medienrummel ist in der vergangenen Woche der Abzug der »letzten Kampfbrigade« aus dem Irak inszeniert worden. Mit dem 31. August 2010 werde »Amerikas Kampfautrag enden« und »unsere militärische Mission« umgewandelt, »vom Kampf zur Unterstützung und Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte«, hatte Barack Obama kurz zuvor verkündet. Ende 2011 würden, so versicherte der US-Präsident, die restlichen GIs das Land verlassen. Die meisten Medien werteten dies auf den Titelseiten als faktisches Ende des Irak-Kriegs. Mit der Wirklichkeit hat dies nichts zu tun. Tatsächlich wird die Besatzung nur umetikettiert und umorganisiert, um sie zukunftstauglicher zu machen.

Ab September sollen an Euphrat und Tigris noch rund 50000 US-Soldaten als »Trainings- und Unterstützungstruppen« für die irakische Armee verbleiben. Das sind doppelt so viele, wie die USA bis zum Amtsantritt Obamas im zweimal so großen Afghanistan im Einsatz hatten. Zurück im Zweistromla...

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