19.08.2010 / Ausland / Seite 6

Schritt nach vorn

Libanesisches Parlament erlaubt Palästinensern nahezu freie Berufswahl

Karin Leukefeld
Nach wochenlangen Diskussionen hat das libanesische Parlament die Rechte der rund 400000 palästinensischen Flüchtlinge im Land gestärkt und das bisher geltende Verbot der freien Berufsausübung aufgehoben. Von nun an dürfen sie, wie alle Ausländer im Libanon, nahezu jeden Beruf ausüben. Ausgenommen davon bleiben die Berufe des Arztes oder Rechtsanwalts. Auch der Zugang zu Berufen in Armee oder bei der Polizei bleibt den Palästinensern verwehrt.

Seit palästinensische Flüchtlinge 1947/48 aus ihrer Heimat im Libanon Zuflucht gesucht haben, leben sie wie in Käfigen eingesperrt in Lagern. Die Zugänge zu diesen Lagern werden von der libanesischen Armee überwacht. Anders als in Syrien, Jordanien oder Ägypten blieb den Palästinensern im Libanon der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt, obwohl viele von ihnen eine gute Schulbildung und oft sogar ein Studium abgeschlossen hatten. Berufliche Karriere konnten sie nur machen, wenn sie das Land ver...

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