14.08.2010 / Geschichte / Seite 15

Auf Rüstungskurs

Vor 60 Jahren: In einem Interview mit der New York Times machte Bundeskanzler Konrad Adenauer seine Überlegungen zur Wiederbewaffnung öffentlich

Hans Daniel
Als »pazifistische Reflexe« registrierten Bonner Hofberichterstatter abwertend die empörten Rektionen auf ein Interview, das Konrad Adenauer (CDU), seit September 1949 Kanzler der BRD, am 17. August 1950 der New York Times gegeben hatte. Zum ersten Mal sprach Adenauer darin öffentlich von der »Notwendigkeit der Schaffung einer starken deutschen Verteidigungskraft«. Unter Verweis auf den zwei Monate zuvor begonnenen Ausbruch des Koreakrieges malte er das Gespenst einer »Drohung des Kommunismus« für die Bundesrepublik an die Wand. Es bestehe »das Gefühl der Hilflosigkeit, daß die Russen eines Tages die Macht ergreifen werden«, fabulierte er. Von einer Armee oder von Waffen wolle er nicht sprechen, »aber diese Streitmacht muß stark genug sein, um jede mögliche, den Vorgängen in Korea ähnliche Aggression der Sowjetzonenvolkspolizei abzuwehren«.

Mit diesen Worten, kommentierten zeitgenössische Beobachter, sei zwar »noch keine Entscheidung getroffen« worden, »...

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