04.08.2010 / Thema / Seite 10

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Nietzsches »vertikaler Rassismus«, Sloterdijk, Bolz und Schwächen der linken Gleichheitsdebatte

Arnold Schölzel
Mein Ausgangspunkt ist eine Feststellung Dietmar Daths in seinem Essay »Maschinenwinter«1, wonach der Entzug sozialer Rechte gegenwärtig einem Tiefpunkt zustrebt. Unter der Überschrift »Horde« spitzt Dath das Problem so zu: »Daß wir an der Biologie nicht vorbeikommen, erzählen uns seit ein paar Jahren von diversen Kanzeln herunter (...) Figuren, die niemand für Linke halten kann. ›Ohne Familien‹, mahnen sie, ›wird die Gesellschaft untergehen.‹ Nicht alle loben sie den Nationalsozialismus dafür, das seinerzeit eingesehen zu haben. Gemeint ist etwas sehr Banales, das aber selten verraten wird: daß sich der unmittelbare und naturwüchsige Sozialverband um die Schwachen, die Alten, die Kranken kümmern muß, wo die bürgerliche Gesellschaft ihre schützende Hand zurückzieht. Das passiert jetzt, wo die Besitzenden einseitig den Vertrag aufkündigen, der besagt: Niemand muß einsam verkommen.« Was Dath hier beschreibt, ist die Zusammenfassu...

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