30.07.2010 / Thema / Seite 10

Soziologie im Handgemenge

Am 1. August wäre Pierre Bourdieu 80 Jahre alt geworden

Michael Zander
Solidarität mit Arbeitern öffentlich zu bekunden, ist in den Augen des journalistischen und politischen Mainstreams seit dem Ende des osteuropäischen Sozialismus besonders verpönt. Umso überraschender war es für viele, als der Soziologe Pierre Bourdieu 1995 am Pariser Bahnhof Gare de Lyon vor streikenden Eisenbahnern sprach. Eine Welle von Arbeitskämpfen, Besetzungen und Protesten gegen Rentenkürzungen, Stellenabbau und Privatisierungen erschütterte seinerzeit die konservative Regierung unter Premierminister Alain Juppé und stürzte diese schließlich. Die damalige offizielle Ideologie bringt Bourdieu in seiner Rede auf den Punkt: Die Konstruktion eines Gegensatzes zwischen »einer aufgeklärten ›Elite‹ und den kurzsichtigen Beweggründen des Volkes (...) war schon immer und überall typisch für das reaktionäre Denken, aber in Gestalt eines Staatsadels kleidet es sich heute in eine neue Form (...). Für diese neuen Herrscher von Gottes Gnaden sind ...

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